Zurück in Brasilien...

Samstag, 11.01.2014

Hey meine lieben Leser. 

Erst einmal euch allen ein wunderschönes neues Jahr. Ich bin am Strand von Salvador in das neue Jahr gestartet. Sicher fragt sich der ein oder andere schon, ob hier gar nichts mehr passiert. Doch, doch... sogar jede Menge. Jedoch bin ich seit Buenos Aires nicht mehr in Hostels mit Computerzugang gewesen. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als die Berichte am Ende meiner Reise online zu stellen. Dann sogar zusammen mit Bildern. Ich habe inzwischen die Anden überquert, bin mit Mountainbike und Jeep durch die Wüste gefahren. habe aktive Vulkane, zehntausende Flamingos in freier Wildbahn gesehen. Ich war in Chile und Bolivien und bin nun zurück in Brasilien, wo ich von Salvador aus bis São Luís die Nordostküste hochreisen werde.

Bis bald... Berichte folgen. :-)

Frohe Weihnachten

Montag, 23.12.2013

Ein kurzes Update von mir. Ich bin nun in der Atacamawüste in Chile. Von dort breche ich nunmit dem Jeep auf in die bolivianische Salzwüste. Mit dem Internetzugang ist es jetzt etwas schwierig. 

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest. Genießt die Tage mit der Familie und Freunden und die zeit der Ruhe. 

Küsschen vom anderen Ende der Welt. 

Mit dem Backpack durch Südamerika - Tag 7

Mittwoch, 18.12.2013

Für heute haben wir spontan Tickets für Manu Chao gebucht. Um die Tickets zu bekommen müssen wir zu der Ticketbörse des Teatro Opera. Als wir ganz vorn in der Schlange sind, stürzt das Sysem ab und lässt sich im Laufe von 30 Minuten nicht wieder aufbauen. Also werden wir zu der nächsten Ticketstation geschickt. Vier Kilometer weiter. Die Zeit beginnt gegen uns zu laufen.

Als wir dort im Shopping bei der Ticketausabe ankommen sagt man uns, dass ich meine Kreditkarte vorlegen müsse, um die Tickets zu bekommen. Verdammt, die liegt im Hostel. Inzwischen 7 Kilometer von uns entfernt. Die Uhr zeig bereits 17:30. Das Konzert beginnt 18:00. Zu sechst zurück zum Hostel würde zu viel Zeit kosten. Sportler vor! Zuerst in die Metro, dann 3 Kilometer rennend. Bei 36 Grad im Schatten und gefühlt 100% Luftfeuchtigkeit. Freerunning zwischen Marktständen und Menschenmengen hindurch. Als wir zwei Stunden zuvor das Hostel verlassen hatten, fühlte ich mich, als wäre ich unterwegs zum Sport. Denn die einzigen festen Schuhe, die in meinem Rucksack Platz gefunden haben, sind Sportschuhe. Nun machte es sich bezahlt. Julien, der Arme, läuft den ganzen Weg in Flip Flops. Im Hostel angekommen schnell die Kreditkarte geschnappt und ein "Speed Unlimited" Energy Drink heruntergekippt. Ab zurück. Immer fokussiert auf das Ziel: Manu Chao.

Um 19:00 halten wir endlich die Tickets in der Hand. Auf geht´s, Manu! Nun nur noch ein paar Metrostationen bis zum Bahnhof und mit einem klapprigen alten Zug zum Stadion. 

Als wir endlich dort ankommen ist es bereits um acht. Doch das Konzert hat noch nicht begonnen. Südamerika Danke! Zehn Minuten später beginnen die Vorbands, die sich echt sehen lassen können. Nach zwei Stunden ist es endlich so weit. Manu Chao beritt die Bühne. Das Publikum rastet aus. Und Manu ebenso. Er kann einfach nicht genug kriegen. Mit seinen 52 Jahren lässt er die Zuschauer alt aussehen, als er auch noch nach vier Stunden quicklebendig über die Bühne springt. Wir tanzen bis zum Schluss. Völlig erschöpft, aber total begeistert treten wir den Heimweg an. 

Mit dem Backpack durch Südamerika - Tag 6

Montag, 16.12.2013

Sonntag ist auch in Argentinien Markttag. Ein paar Blocks von unserem Hostel beginnt der riesige Mercado de San Telmo, der sich über mehrere Kilometer erstreckt. Von Kleidern, über Schmuck, bis hin zu Empanadas (gefüllte Teigtaschen) und Orangensaft gibt es hier alles was das Herz begehrt. Das meiste handgemacht. Dazwischen immer wieder die Becher und Strohhalme für den Matetee, wie wir es schon in Porto Alegre und Montevideo gesehen haben. Tatsächlich sieht man in den Straßen viele Argentinier mit einer Termosflasche gefüllt mit heißem Wasser und ihrem Matetee herumlaufen.

Nach gut sechs Stunden haben wir genug aber noch immer nicht alles von dem Markt gesehen. Wir befinden uns im Besitz von ein paar schönen Kleinigkeiten. An allen Ecken und Enden werden gern US-Dollar statt Argetinischer Pesos angenommen. Denn die eigene Währung des Landes verliert permanent an Wert. Wer Geld sparen will, unterm Kopfkissen oder im Safe, versucht an stabile Währungen, wie den Dollar zu kommen. So hat sich über die Jahre ein gut funktionierender "Blaumarkt" entwickelt. In den Straßen stehen überall unauffällig gekleidete Leute, die "Cambio, cambio" (Umtausch) rufen. Sie kaufen Dollar und zahlen dafür einen bis zu 50% Prozent höheren Kurs als die offiziellen Wechselstuben und als die Automaten ausgeben. 

Am Abend genießen wir wieder das Gefúhl von Freiheit bei fast 30 Grad noch in den Straßen unterwegs sein zu können, bis uns ein Gewitter stoppt. 

Mit dem Backpack durch Südamerika - Tag 5

Sonntag, 15.12.2013

Nach dem Abschied von den Leuten aus dem Hostel fahren wir am späten Nachmittag  mit dem Bus nach Colonia. Am Hafen angekommen zeigt sich die Sonne in ihrer ganzen Schönheit und zaubert ein Feuerwerk der Farben an den Horizont. 

Mit dem Schiff setzen wir nach Argentinien über. Im dritten Land innerhalb von 4 Tagen erwartet uns eines der Highlights unserer Reise. Buenos Aires! Schon am ersten Abend zieht mich die Stadt in ihren Bann. Überall sind Menschen in den Straßen. Tanzen. Lachen. Singen. Die Temperaturen gehen zur Zeit selbst nachts nicht unter 28 Grad. Deshalb schläft die Stadt nie. Auf einem Platz snacken wir ein paar Tapas. Immer wieder tauchen neue Straßenmusiker auf. Künstler bieten ihren handgemachten Schmuck an. 

Letztendlich landen wir in einer Karaokebar, in der ein schräger Typ das Mikrofon für sich reserviert hat. Um sechs fallen wir erschöpft ins Bett. In drei Stunden ist wieder Aufstehzeit. Dulce de Leche ruft. 

Mit dem Backpack durch Südamerika - Tag 4

Samstag, 14.12.2013

Der vierte Tag unserer Reise beginnt endlich mit Frühstück und wir verlieben uns in die uruguayische "Dulce de leche", eine Milchcreme zum auf´s Brot streichen. 

Danach geht es zum Strand. Schon in den frühen Vormittagsstunden vibriert die schwüle Luft bei hochsommerlichen Temperaturen. Der weiße Sandstrand sieht wunderschön aus. Das Wasser ist jedoch braun und es treiben tote Fische darin herum. Nicht gerade einladend fur eine Abkühlung. Aber ein bisschen Entspannung am Strand tut gut. 

Da drei von uns Vegetarier sind, begeben wir uns abends auf die hoffnungslose Suche nach einem passenden Restaurant. Etwas, das unter uruguayischen Rindliebhabern keinen Platz hat. 

Abends schlendern wir durch die Straßen und lassen uns hier und dort von ein wenig Straßenmusik begeistern. Doch ab Mitternacht beginnt die Stadt auszusterben. Nach etwa zwei Stunden stoßen wir endlich auf eine Bar mit Lifemusik. Das Publikum hat ein geschätztes Durchschnittsalter von 40 Jahren. Also entscheiden wir uns wieder zurück ins Hostel zu gehen und dort die Nacht gemütlich ausklingen zu lassen. 

Fazit des Tages: Montevideo ist eine schöne Stadt, der aber ganz stark der frische Input einer jugendlichen Generation fehlt. 

Die Vorfreude auf Buenos Aires steigt!!!

Mit dem Backpack durch Südamerika - Tag 3

Donnerstag, 12.12.2013

...Montevideo. Nach einer Nacht im Bus stehen wir alle zum ersten Mal auf uruguayischem Boden. In dem Land, dass in den letzten Monaten international vor allem durch die Legalisierung von Marihuana Berühmtheit erlangte. 

Als wir die Busstation betreten, steht vor uns ein riesiger Weihnachtsbaum, geschmückt mit Plüschmarienkäfern. Für mich ist es immer wieder ein kleiner Kulturschock, wenn ich die Umsetzung von Weihnachtstraditionen hier in den warmen Ländern Südamerikas sehe. Die Sonne scheint bereits und verspricht einen heißen Tag. Während wir die La Rambla zum Hostel hinunterlaufen, erwacht die Stadt langsam zum Leben. Läden öffnen die Schaufenster, die Straße füllt sich mit Menschen. 

Montevideo

Als wir im Hostel ankommen, sind wir heilfroh erstmal unsere Backpacks in die Ecke werfen und uns frisch machen zu können. Das Hostel hat seinen ganz eigenen Charme. Verwinkelt, aber doch offen. Mit großer Chill-Lounge und Dachterasse. Wir schlafen in einem 18er-Schlafsaal, an dessen Wänden sich uruguayische Künstler ausgetobt haben. 

Música boa Let's dance

Tagsüber schlendern wir am Meer entlang und durchs Zentrum. Auf einem Platz singt ein Musiker mit beeindruckender Stimme und verführt uns zu dem ein oder anderen "Tänzchen". Es gibt jede Menge handgemachte Kunst und Eis, das es mit der "Milchbar Pinguin" in Leipzig aufnehmen könnte. (Meine Leipziger wissen, dass die Milchbar mein absolutes Lieblingseiscafé ist.) Ein paar Blocks weiter lässt sich ein Typ in Hemd und Krawatte mitten auf der Straße Dreadlocks machen.

Lecker Eiiiiiiiiis Dreads da rua

Am Abend relaxen wir auf der Dachterasse. Die Sonne geht hier deutlich später als in São Paulo unter. So hält sich die Wärme des Tages noch etwas länger in den Straßen. Wir freuen uns auf die nächsten Tage...

Mit dem Backpack durch Südamerika - Tag 2

Mittwoch, 11.12.2013

Nach zwei durchgemachten Tagen verschlafen wir am zweiten Morgen komplett das Frühstück. Dafür gönnen wir uns zum Mittag noch mal ein überragendes Buffet. Für knapp 5 Euro gibt es alles was das Herz begehrt. Von Salaten, Suppen, Hauptgerichten, bis hin zu Früchten, Desserts und frisch gepressten Säften. Kulinarisch wird Porto Alegre definitiv ein Highlight bleiben.

Hostel Porto do Sol

Heute ist wunderbarer Sonnenschein. Am Nachmittag schauen wir uns das ehemalige Gaskraftwerk "Gasômetro" an. Heutzutage ist es ein Kulturzentrum, in dem Filme, Theater und Ausstellungen gratis oder für einen geringen Unkostenbeitrag gezeigt werden. Es ist direkt am Ufer des Lago Guaíba gelegen. Vom Dach aus hat man einen herrlichen Ausblick über die ganze Stadt und wir lassen uns den Wind um die Nase wehen. Leider müssen wir uns am Abend schon von der Hafenstadt verabschieden. Auf dem Weg zum Busbahnhof schlendern wir noch einmal durchs Zentrum.

Auf dem Dach des Gasômetro Im Gasômetro

Als wir in den Bus einsteigen, haben alle das Gefühl, dass unsere Reise in die Fremde erst jetzt richtig beginnt. Denn Brasilien ist uns allen in den letzten Monaten so sehr ans Herz gewachsen, dass es sich auf brasilianischem Grund wie in der zweiten Heimat anfühlt. Vor uns liegt eine 12-Stunden-Busfahrt nach...

Auf geht's...

Mit dem Backpack durch Südamerika - Tag 1

Dienstag, 10.12.2013

Endlich fällt er. Der Stift, mit dem ich gerade die letzte Prüfung des Semesters zu Ende geschrieben habe. Endlich ist die lange Prüfungsphase vorbei, die letzten Arbeiten eingereicht. Endlich bin ich startklar für die Reise, von der ich schon so lange geträumt hatte. 3 Monate Südamerika. Zumindest fast startklar. Fehlt nur noch das Packen. Außerdem will ich noch unbedingt mit meiner Family skypen, weil mein kleines Schwesterherz gerade aus ihrem Frankreichaustausch zurückgekehrt ist. Und, verdammt, ich muss vor allem noch eine Kameraversicheung abschließen, Fahrkahrten kaufen, die ersten Hostels buchen, und, und, und...

Letztendlich schaffe ich tatsächlich alles, bis uns der Taxifahrer zu früher Morgenstunde einsammelt. Nur Zeit zum Schlafen bleibt nicht mehr. Den anderen drei Mädels - Bega, Gabi und Stella - ergeht es ähnlich. Morgens kurz nach sechs sitzen vier Abenteuerlustige im Flieger, erwartungsvoll und aufgeregt, aber vor allem völlig übermüdet. 

Die erste Station heißt Porto Alegre. Die Hauptstadt des südlichsten Bundeststaates Brasiliens (Rio Grande do Sul) lässt an allen Ecken und Enden den europäischen Einfluss erkennen. Vor allem den deutschen und italienischen, der durch die großen Einwanderungswellen im 19. und 20. Jhd. bedingt ist.

Nach dem Check-In ins Hostel machen wir uns direkt auf den Weg ins historische Stadtzentrum. Parks, Theater und Kathedralen erwarten uns zusammen mit jeder Menge Regenschauern. Ein guter Tag um sich mit dem Mittag etwas mehr Zeit zu nehmen. Wir entscheiden uns für eine All-you-can-eat-Variante, die hier überall zu super günstigen Preisen angeboten werden. Die Speisekarte? Italienisch!

Chimarrão Chimarrãotime mit Begi

Das wohl berühmteste Produkt dieser Region ist Chimarrão. Eine spezielle Mateteemischung, die mit einem metallenen Strohhalm aus einem handgefertigten Gefäß getrunken wird. Überall präsent. In der Pause sitzen Mitarbeiter vor ihren Läden und ziehen an ihrem Strohhalm, Freunde treffen sich auf einen Chimarrão und sowohl auf Strassenmärkten, als auch im bekannten Mercado Público de Porto Alegre kann man Gefäss (Cuia), Strohhalm (Bomba) und Teemischung kaufen. 

Die Runde ist komplett... Mercado Público

Am Nachmittag holen wir Julien, unseren fünften Reisebegleiter, vom Busbahnhof ab. Zurück im Hostel überkommt die drei Mädels der Schlaf. Ich will unbedingt noch ans Wasser. Mit der Vorstellung, ich würde schnell zum Strand joggen, mich ins Meer werfen und den Sonnenuntergang genießen, der hier in Porto Alegre einer der der schönsten sein soll, ziehen wir los. Doch Illusion, die Google Maps einem vermittelt und Realität liegen manchmal weit auseinander. Als wir ankommen ist es bereits stockdunkel. Sonnenuntergang verpasst. Sandstrand gibt es nicht und das Meer stellt sich als See heraus, der durch einen schmalen Landstreifen viel weiter südlich vom Meer abgetrennt ist. Dafür treffen wir zwei super nette Frauen, die uns direkt ganz begeistert die Hauptstraßen des Kultur- und Nachtlebens ihrer Stadt zeigen. Nach weiteren 5 km Fußmarsch gibt es nichts mehr, was mich vom Schlafen abhalten könnte. Ich brauche schließlich noch Energie für weitere drei Monate Backpacktour. 

Porto Alegre bei Nacht ...

Cidade maravilhosa - Rio de Janeiro

Mittwoch, 21.08.2013

Paraty hat definitiv meine Reiselust geweckt. So zieht es mich eine Woche später nach Rio de Janeiro. Eigentlich unvorstellbar. Jahrelang habe ich davon geträumt einmal nach Rio zu reisen, den Corcovado zu besteigen, erfürchtig zu der Cristo-Statue aufzublicken, die Aussicht auf Pão de Açucar (Zuckerhut), Copacabana und Ipanema zu genießen und mich einfach von der atemberaubenden Schönheit dieser Stadt begeistern zu lassen. Und nun ist es tatsächlich soweit.

Sechs Stunden Busfahrt. Dann kann das Abenteuer beginnen. Dieses Mal begleitet mich Henni, eine andere Austauschstudentin von unserer Fakultät. Am Freitagabend sind wir noch auf einer Uni-Party. Von dort geht es direkt zum Busbahnhof. Wir fahren die Nacht durch. Als ich morgens aufwache, stehen wir gerade vor dem Stadion von Fluminense F.C. Im Hintergrund erhebt sich der Corcovado, von dem aus Cristo Redentor über die Stadt wacht. Ich bin total gefesselt von dem Anblick.

Unser Hostel liegt in Botafogo. Direkt zwischen Zentrum und Copacabana. Nach einem leckeren Frühstück ziehen wir los ins Zentrum. Ich bin zunächst etwas enttäuscht. Viele Häuser, die einst scheinbar sehr schick waren, sind völlig herunter gekommen. Ich hatte nicht erwartet, dass es sauber wäre, ohne Obdachlose in den Straßen, ohne Müll. Damit hatte ich gerechnet! Ich bin eher enttäuscht über das ungenutzte Potenzial dieser alten Häuser im Zentrum. Überall erkennt man an den halb heruntergebrochenen Fassaden Schmuckelemente und an einigen Stellen lässt sich die Farbvielfalt erahnen, die einst die Straßen lebendig gemacht haben muss. 

Ein Stück weiter kommen wir in einen Park. Wunderschön. Gerade gibt es eine Open-Air-Kunstausstellung. Doch zunächst sind es verrückte kleine Tiere, die unsere Aufmerksamkeit erregen. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Eichhörnchen, Wilschweinfrischling und Babynasenbär. Eine Frau kommt zu uns gelaufen und sagt, dass es hier recht gefährlich ist, wir vorsichtig sein sollen. Im nächsten Moment hält ein Polizeiauto neben uns und weist uns darauf hin, die Kamera möglichst in der Tasche zu lassen. Anscheinend tatsächlich kein Ort, an dem wir lange bleiben sollten. Also auf zum Strand...

Copacabana

HutverkäuferSandskulptur RioMelancia, Melancia!!! Wassermelone, Wassermelone!!!Christo de Areia

Von der Metrostation geht es durch ein paar Häuserblocks. Hotels, Restaurants, Apartments. Hier tummeln sich die Reichen und Schönen. Eine große Straße trennt uns noch von dem Strand. Die Autos übertönen das Meeresrauschen. Als ich endlich den Sand zwischen den Zehen spüre, kommt doch noch Urlaubsstimmung auf. Copacabana! Wir laufen Richtung Meer. Die Wellen sind beeindruckend hoch. Wohl die höchsten, die ich bisher in real gesehen hab. Ich könnte stundenlang einfach nur am Meer sitzen und in die Wellen schauen. Es ist ein wildes, eigenwilliges Schauspiel, dass aber auf irgendeine Art und Weise doch beruhigend ist. Ein paar Jungen spielen Beachsoccer, dutzende Verkäufer ziehen an uns vorbei und hoffen auf ein Geschäft. Melonen, Eis, gekühltes Bier, Cangas, Hüte, Bikinis, ... Brasilien wie aus dem Bilderbuch.

Es ist noch Winter und nur wenige Leute trauen sich an den Strand. Den Brasilianern ist es viel zu kalt. Für uns ist es wie ein milder Sommertag. Bewölkt, aber angenehm warm. 

Lagoa Rodrigo de Freitas Lagoa Rodrigo de Freitas

Der Weg führt uns weiter an die berühmte Lagoa (Lagune) Rodrigo de Freitas. Unter dem Namen vielleicht weniger bekannt. Aber man sieht sie auf all den Milliarden Fotos, die vom Corcovado aus geschossen wurden. Wir wandern einmal fast herum. 

Am Abend zeigen uns zwei Freunde von Henni noch ein paar kleine Strände. Dann geht's ins Stadtzentrum. Hier sieht alles plötzlich ganz anders aus. Überall sind Zelte aufgebaut, in denen alle erdenklichen Köstlichkeiten und Cocktails verkauft werden. Die Straßen sind voller Menschen. Die Luft erfüllt von Musik. Hier und da wird getanzt, gelacht, gesungen, ...

Nach einer kurzen Nacht klingelt mein Wecker um 7:00. Was zur Hölle holt mich um die Uhrzeit aus dem Bett? Ich schalte den Wecker aus und will mich umdrehen. Doch da fällt es mir wieder ein: Ich habe eine Verabredung! Schnell springe ich aus dem Bett, ziehe mich an, packe meine Sachen und flitze zum Frühstück. Ihr fragt euch, wie man nach einem Monat in Brasilien schon zu einer Verabredung kommt? Ganz einfach, wenn man einen Onkel hat, der überall auf der Welt zu Hause ist und gerade jetzt eine Konferenz in Rio besucht. 

Ein kleines Stückchen Familie, ein kleines Stückchen Heimat, hier in der Ferne. Dafür fällt es nicht schwer früh aufzustehen. 
Es ist noch immer bewölkt. Doch man ist ja nicht alle Tage in Rio. Also entscheiden wir uns dennoch, auf den Corcovado zu fahren. Zum ersten mal wird mir bewusst, wie sehr es sich lohnt als Student hier zu leben. Das Ticket für die Bergbahn kostet 46 R$ - für Studenten 23 R$. Denn Brasilien verabschiedete vor kurzem das "Meia-Entrada"-Gesetz (halber Eintritt), das allen Studenten brasilianischer Universitäten das Recht einräumt, Sport- und Kulturevents zum halben Eintrittspreis zu besuchen. Obrigada, Brasil!

Das obrigatorische Foto

Die Spitze des Berges ist komplett in Wolken gehüllt und alles sieht nach Regen aus. Während der Fahrt nach oben blinzelt ab und zu die Sonne zwischen den Blättern der gigantischen Bäume durch und lässt uns hoffen, dass man zumindest ein bisschen von der Stadt sehen kann. Oben angekommen ist noch immer alles wolkenverhangen. Das ist jedoch nicht weniger beeindruckend. Gespannt verfolgen wir, wie die Bergspitzen im Nebel unter- und wieder auftauschen. Die Plattform, auf der Die Christo-Statue steht versinkt im Wolkenmeer. Und plötzlich reißt der Himmel auf. Die Sicht auf die Stadt ist frei! Atemberaubend! Rio hat mich doch noch gefesselt. Ich werde mit Sicherheit wiederkommen. Das nächste Mal bei Sonnenschein! 

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